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Was ist Crowdsourcing? Vor- und Nachteile

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  • by Mathias
  • in Corporate Design · Corporate Identity
  • — 2 Aug, 2012

crowdsourcing Crowdsourcing, so heißt das neue und innovative Konzept von Unternehmen. Niemand kennt die Bedürfnisse und Wünsche von Kunden besser als der Kunde selbst. An die Stelle von Drittunternehmen rücken nun die Erfahrungen, die Wünsche und die Arbeitskraft einer großen Gruppe von Freizeitarbeitern, die im Internet tätig sind.

Was ist Crowdsourcing?
Crowdsourcing ist ein 2006 von Jeff Howe, Journalist des US-amerikanischen Wired Magazine, geprägter Begriff. Er setzt sich zusammen aus „Crowd“ für Masse und „Outsourcing“ für das Auslagern von Arbeit. Viele Unternehmen setzen mittlerweile auf die Mitarbeit der Konsumenten. Es werden Ideen für neue Produkte, neues Design und für neue Werbekampagnen benötigt. Produktinnovationen und -weiterentwicklungen werden nicht mehr von den zuständigen Abteilungen, externen Agenturen oder Experten übernommen, sondern von Kunden. Damit rückt der Verbraucher aus seiner Seitenposition als Endproduktverbraucher in die Entwicklerposition. Er kann Meinungen, Ideen sowie Änderungs- und Verbesserungsvorschläge in der Entwicklungsphase einbringen.

Crowdsourcing funktioniert nach dem Prinzip der Arbeitsteilung. Eine Aufgabe wird jedoch nicht an eine bestimmte Person vergeben, sondern an eine große Gruppe von Freizeitarbeitern im Internet. Die Unternehmen profitieren dabei von einem wichtigen Faktor: der Motivation. Motivation zeichnet Crowdsourcing aus und macht es besonders. Das bekannte Arbeitsteilungsmodell wird um diesen wichtigen Faktor erweitert und so ideenfördernd und letztendlich gewinnbringend eingesetzt.

Ein Beispiel für Crowdsourcing ist Wikipedia. Das Wissenslexikon lebt von Artikeln, die von Internetusern verfasst wurden. Die breite Masse bestimmt nicht nur das Angebot, sondern verfasst Artikel in persönlichen Wissensgebieten. Wissen wird nicht nur verbreitet und rasant vermehrt, sondern auch jedem Internetnutzer kostenlos zur Verfügung gestellt.

crowdsourcing

Mittlerweile gibt es Crowdsourcing in den verschiedensten Ausrichtungen. Neben der Entwicklung von Produkten, Ideen für Werbung, Veranstaltungen, Dienstleistungen, Hardware, Mode, Journalismus und Kultur, gibt es auch spezielle Schwerpunkte im Crowdsourcing, wie zum Beispiel Design Crowdsourcing. Diese Form der Arbeitsauslagerung funktioniert in erster Linie, weil ein Großteil der Wertschöpfung digital ist. Unter Design Crowdsourcing fallen sämtliche Produkte, die in irgendeiner Art und Weise künstlerisch aufbereitet werden müssen. Dazu gehören unter anderem Logo Design, Visitenkarten, Postkarten, Flyer, Webseiten, Apps, Icons, Buttons, Banner, Broschüren, Produktverpackungen, Illustrationen, Buchcover und T-Shirts

Bekannte Formate im Design sind 99design und die US-Firma Threadless. Während 99design von einem breiten Angebot profitiert, hat sich Threadless auf T-Shirt-Design spezialisiert. Die US-Firma bekommt jede Woche bis zu 1200 Designvorschläge, über die 400.000 Kunden abstimmen. Threadless ist mittlerweile die größte und wichtigste Plattform für Grafikdesigner in den USA. Eine besondere Form von Crowdsourcing ist Crowdtesting. Dabei testet die Masse zum Beispiel Apps oder Webanwendungen, gibt ihr Feedback zur Benutzerfreundlichkeit, entwickelt Verbesserungsvorschläge und bringt weitere Ideen ein.

Vorteile von Crowdsourcing für Kunden
Ein Problem für Designer ist nicht etwa der Mangel an tollen Ideen, sondern an Aufmerksamkeit. Diese finden sie auf den genannten Plattformen 99design und Threadless. Oftmals suchen auch Talentscouts großer Firmen auf diesen Plattformen.
Ein weiterer Grund, der für den Erfolg von Crowdsourcing verantwortlich ist, ist die Tatsache, dass jeder mitwirken kann. Man muss kein Spezialist sein, um innovative Ideen entwickeln zu können. Crowdsourcing bietet nicht nur eine aktive Mitarbeit an einem bestimmten Projekt, sondern setzt den potentiellen Endverbraucher als Entwickler ein. Crowdsourcing ist eine einfache Art seine persönliche Arbeitskraft gewinnbringend einzusetzen.
Die meisten Unternehmen zahlen einen geringen Betrag zur Entlohnung, der wiederum zu einer weiteren Zusammenarbeit motiviert. Weniger verwunderlich ist, dass ein Großteil der Ideenlieferanten Rentner sind. Rentner profitieren nicht nur von einer sinnvollen und geldbringenden Nebentätigkeit, sondern können ihre langjährige Berufserfahrung und ihre Lebenserfahrung im Arbeitsmarkt einbringen.

Vorteile von Crowdsourcing für Unternehmen
Unternehmen profitieren in erster Linie durch Crowdsourcing. Der Kunde muss weder die genaue Produktpositionierung noch die Marketingstrategien kennen, um Ideen entwickeln zu können. Ein wichtiger Vorteil schöpft der Hersteller aus dem Standpunkt des Kunden: Er sieht die Marke aus der Sicht des Verbrauchers. Das Unternehmen bekommt somit einen tieferen Einblick in die Wünsche und Ansprüche des Konsumenten und kann die Schwerpunkte bei der Entwicklung eines Produktes gezielt setzen.
Die Internetnutzer bringen nicht nur Erfahrungen, Ideen, Meinungen und Empfehlungen ein, sondern werden für die Unternehmen im gleichen Zug zu potenziellen (neuen) Käufern. Mit Crowdsourcing wird die Disziplin der Marktforschung verändert, indem die Kunden ihre Wünsche bereits im Entwicklungsprozess einfließen lassen können. In manchen Fällen werden auf diese Weise aufwändige Marktforschungen überflüssig.
Eine große Masse an freiwilligen Arbeitern und das Wegfallen einer Auslagerung an Drittunternehmen, bedeutet für das Unternehmen auch geringere Arbeitszeitkosten. In der Regel zahlen die Unternehmen für die Idee einen Pauschalbetrag. Die Unternehmen profitieren durch die Motivation jedes Akteurs.

Nachteile von Crowdsourcing für Unternehmen
Alle Unternehmen, die für ein Produktdesign oder ähnliches ausschreiben, profitieren nicht nur von der Arbeitskraft der Masse, sondern tragen auch ein gewisses Risiko. Sie erwerben nicht nur ein neues Design, sondern geben auch Daten und Informationen zur Marktforschung preis, die die Konkurrenz zu ihrem Vorteil nutzen könnten. Außerdem hat sich gezeigt, dass Crowdsourcing in der Regel nicht für radikale Innovationen geeignet ist. Diese müssen nach wie vor vom Hersteller geplant werden, der zeitgleich auch Ideengeber ist, da er tiefere Einblicke in die Werte des Produktes und des Unternehmens hat.
Es ist nie sichergestellt, dass entwickelte Ideen kein Plagiat anderer Produkte sind und bewusst oder unbewusst adaptiert wurden. Abgesehen davon, dass das rechtliche Risiken für das Unternehmen birgt, ist es auch nicht besonders kreativ.

Nachteile von Crowdsourcing für Kunden
Bei der US-Firma Threadless schauen bis zu 400.000 Menschen zu, wie Designer ihre Ideen hochladen. Nicht nur hier, sondern bei jeder anderen einsehbaren Plattform im Internet gibt es das Problem, dass Ideen kopiert werden. Außerdem sind und bleiben die Ideenlieferanten unbekannte Akteure, die ihre Ideen und somit auch die Rechte an die Unternehmen verkaufen.
Die Ideen werden in der Regel kostenlos oder zu einem geringen Betrag zur Verfügung gestellt, was Crowsourcing ein schlechtes Image verleiht. Von Kritikern wird die Auslagerung auf günstige Arbeitskräfte als ausbeuterisch getadelt. Designer und Kreative bemängeln, dass die Arbeitsaufträge nicht an Mitarbeiter, Agenturen oder andere externe Auftraggeber, sondern auf eine undefinierte Gruppe von Freiwilligen ausgelagert wird. Da die Gruppe in der Regel zahlreiche Designvorschläge für ein geringes Budget entwickelt, fällt es Drittunternehmen schwer, in irgendeiner Form zu konkurrieren.

Crowdsourcing ist kein neues Phänomen. Hinter bereits bekannten Begriffen wie Open Innovation, interaktive Wertschöpfung, Schwarmintelligenz und kollektive Intelligenz steht die selbe Idee: Die Gruppe ist klüger als eine einzelne Person. Dieses fortschrittliche Denken führt in der Praxis jedoch auch zur Kritik. Designer und Kreative bemängeln, dass bei diesem Denkansatz Freizeitarbeiter ausgenutzt und professionelle Arbeit von Drittunternehmen überflüssig wird. Trotz der Nachteile überwiegen die Vorteile von Crowdsourcing. Sie machen dieses Phänomen zu einem Gewinn, sowohl für das Unternehmen als auch für den Kunden.

Tags: Crowdsourcing

— Mathias

Hi, Ich bin der Gründer und derzeit einzige Blogger von logopogo. Mit dem Thema Grafikdesign beschäftige ich mich seit dem Abitur und habe mich daher 2012 entschieden diesen Blog zu starten. Derzeit bin ich Student im Studiengang Medienwirtschaft und beruflich im Onlinemarketing tätig. Ich freue mich immer über Feedback und neue Kontakte. Dazu findet ihr mich auf Google+, Facebook, Twitter und Xing.

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