Pro und Kontra zum Logo der olympischen Spiele 2012
0Bevor am 27. Juli die olympischen Sommerspiele 2012 beginnen, möchte ich auch hier das Logo zum Thema machen. Nicht zuletzt weil ich im Zusammenhang mit diesem Logo so einige kontroverse Kritiken (einige mögen durchaus Ihre Berechtigung haben) lesen durfte. Anfangs bin ich den negativen Kritiken der meisten Kommentare gefolgt und habe für mich versucht ein klares Kontra zu finden, weil mir dieses Stück Arbeit auf den ersten Blick ebensfalls nicht gepasst hat (zumindest wenn man es mit herkömmlichen Olympialogos vergleicht). Ich war mir nicht sicher ob das diesjährige Olympialogo nun ein Stück Revolution in der Geschichte der kommerziellen Logos darstellt und beabsichtigt eine Diskussion anzufachen – oder sich einfach nur mit einer guten Begründung durchgemogelt hat, gegen die am Ende kein Verantwortlicher Etwas sagen konnte. Also habe ich mir auch die Pro-Seite durchgelesen und bin von dieser Seite der Medaille ebenfalls überzeugt. Ich versuche, indem ich die Pros und Kontras aus den jeweiligen Quellen geordnet darstelle, ein klares Fazit zu ziehen.
Doch zuvor mal etwas dazu, was das Logo laut Auftragnehmer Aussagen soll und wie seine spätere Verwendung aussieht
Laut der verantwortlichen Londoner Markenberatung Wolf Olins, soll das Logo „den dynamischen Olympischen Geist und die Begeisterungsfähigkeit, die die Menschen überall auf der Welt erreichen soll“ symbolisieren. Ok, soweit so gut. Was heißt das, jetzt? Schließlich bringt bisher jedes olympische Logo diese Aussage mit. Eine weitere Aussage ist schon aufschlussreicher, denn das Logos soll auch die markenorientierte Welt widerspiegeln, in der im Besonderen junge Menschen, sich nicht mehr mit statischen Logos identifizieren, sondern eher mit dynamischen Symbolen, die auf neue Technologien setzen und über herkömmliche und neue Mediennetzwerke verbreitet werden. Damit kann man schonmal arbeiten und das Logo anhand dieser Gesichtspunkte bewerten.
Das Logo kommt in verschiedenen Variationen in den Farben Pink, Blau, Grün und Orange. Desweiteren wird das Logo auch bei den anschließend stattfindenden Para-Olympics als offizielles Markenzeichen verwendet. Laut Aussage vieler Nachrichten- und Themenportale hat der Entwurf und die Ausarbeitung des Logos etwa 600.000 € gekostet.

Ok, und jetzt zum Pro und Kontra
Zuerst zu den schlechten Meinungen, die vor allem zahlreich aber nicht fundiert sind. Im Designtagebuch, dessen User-Kommentare der ich sehr schätze, konnte man einen ausgewogenen Artikel lesen. Die Kommetare waren jedoch repräsentativ für negative Meinungen. Von Grottig, über Abturner bis hin zu “Logokotze” war alles dabei – Jedoch leider nicht begründet. Vielmehr war hier klar, das ein solches Logo nichts mit olympischen Spielen zu tun haben kann, zumahl das Logo in 5 Minuten zusammengeschustert sei. Ich möchte die gelesenen Kommentare natürlich nicht auf die Gesamtkritik anwenden, jallerdings konnte man Ähnliches in den meisten Blogs und News nachlesen, die über dieses Thema berichtet haben.
Prima unterhalten haben mich folgende Meldungen. (Ich kann nicht sagen ob die jeweiligen Quellen auch Urheber der Nachricht sind oder die Meldungen nur aufgegriffen wurden).
- Der Iran potestiert gegen das Olympia Logo 2012, weil die Ziffern in Form von Vielecken das Wort „Zion“ wiedergeben, das für Jerusalem und Zionismus steht. Würde das Logo nicht geändert, werde das „zerstörende Auswirkungen“ auf die Spiele und die Zukunft des Sports haben.
- Mit viel Fantasie lässt sich eben viel erkennen und so entstand auch das nächste Gerücht, das sich schon seit Wochen hält, wonach 2 Darsteller der Zeichentrickfamilie Simpsons beim Geschlechtsverkehr abgebildet sein sollen.
- Erstaunlich auch die Meldung, das es nach der Veröffentlichung des Logos (per Animation auf der offizellen Website), durch die grellen Farben 18 Fälle von epileptischen Anfällen gegeben haben soll. Kurz darauf musste das Logo bzw. die Animation von der Website entfernt werden.
Also man sieht: Ganz schön viel Kritik, dass sich dieses Logo in den ersten Wochen und Monaten gefallen lassen muss. Umso positiver das es auch fundierten Zuspruch gibt von Coudal Partners einer Werbeagentur aus Chicago. Ich fasse deren aufgeführten Punkte übersetzt zusammen.
9 Gründe warum man das Olympia Logo 2012 lieben sollte
- Es ist nicht langweilig: Das Design ist markant und sofort identifizierbar für die olympischen Spiele. Außerdem wird bereits jetzt darüber berichtet und gesprochen.
- Es ist anders: Keine Pinselstriche, Kein auslaufender Schatten, Keine Spiegeleungen, Keine patriotischen Farben, Regenbogen, Bänder, Wahrzeichen oder Symbole der Einheit. Das Logo setzt sich klar von seinen Vorgängern ab.
- Es ist reproduzierbar: Das Logo mach auch in Schwarz/Weiß eine gute Form, ist leicht bedruckbar und sendefähig. (Ok, das sollte bei jedem Logo Grundvorraussetzung sein.)
- Es ist flexibel: Das Logo steht in mehreren Farbkombinationen, Formen und Mustern bereit.
- Es ist eine gute Grundlage: Mit guter Grundlage ist hier vor allem die Anwendbarkeit auf Beschilderungen, Identifikation, Ornamente und Architktur gemeint. Das Logo eignet sich perfekt als Zeichen für Banner, Karten und Merchandise.
- Es ist zeitlos: Das kann man an den Zahlreichen Kommentaren ablesen, wonach das Logo von verschiedenen Werken und Zeitepochen der 1800er über 80er bis ins Jahr 2000 inspiriert sein soll.
- Es ist Englisch: Das Logo, seine Farbe und Form,errinert an die typisch englischen Zeiten der Punk-and-New-Wave-Bewegung sowie die Ravekultur.
- Es kostete 600.000 €: Laut der Agentur ein Schnäppchen für die grafische Identität der olympischen Spiele, die überall gedruckt, verwendet und gesehen wird.
- Es ist unerwartet: Dem ist nichts hinzuzufügen, denn wer hätte schon erwartet das dieses Logo so abstrakt und einfach daher kommt und eine riesen Kontroverse auslöst
Jetzt habe ich alle Vor- und Nachteile aufgezählt und bin aufgrund des Fürspruchs vom Pro mehr überzeugt als von den Gegenstimmen. Aber rgendetwas ist da noch – Irgendetwas stört die Gesamtbetrachtung.
Lösen wir uns mal vom visuellen Teil, so muss man zugeben, das hier eine repräsentative Marke geschaffen wurde die sich super für Kampagnen, Gespräche und die Vermarktung eignet. Was jedoch außer Acht gelassen wird: Bis auf die olympischen Ringe, stellt das Logo keinerlei Verbindung zu einem Sportevent wie der Olympiade her. Ich glaube das ist es, was ich mich auch an den zahlreichen Vorgängern stört. Das Logo hätte ohne die weißen olympischen Ringe genauso gut als offizielles Logo für ein Electro-Festival, für eine Kunstausstellung oder Junggesellenabschied gepasst.
Ganz egal wie dieses Logo noch zerissen wird. Den olympischen Spielen wird es sicher keine Abbruch bringen.





